"Gut genug", das ist das Leitwort der diesjährigen Aktion "Sieben Wochen Ohne". Es ist ein Leitwort, das daran erinnern möchte, wie Gott mich sieht und welchen Wert ich bei ihm habe. "Gut genug" meint dabei nicht, dass ich gerade eben so passe. Wenn Gott zu mir sagt "Du bist gut genug", dann urteilt er nicht. Er sagt nicht: Du bist nur Mittelmaß, mit mehr ist bei dir nicht zu rechnen, also gebe ich mich mit dem zufrieden, was du bist. Das wäre typisch menschlich gehört und verstanden. "Gut genug" will sagen: Ich bin in den Augen Gottes so gut, dass er mich liebt! Und es meint, dass ich nichts in irgendeiner Weise dazu beitragen muss. Es kommt nicht an auf meine Leistung, auf das, was ich darstelle oder versuche zu sein. Nein, Gott liebt mich so, wie ich bin.
In den sieben Wochen der Passionszeit werde ich eingeladen, mir darüber Gedanken zu machen, wo und wie unsere menschlichen Werte und Maßstäbe ins Leere führen, wo und wie sie schaden. In dieser Zeit darf ich darüber nachdenken, was es heißt, von Gott geliebt und von ihm gesucht zu werden. Ich darf wissen: Ich muss nichts darstellen, ich muss nichts beweisen, ich muss nichts leisten, um Gott für mich zu gewinnen.
Gott liebt mich, wie ich bin: Aber wenn Gott erst einmal in mein Leben getreten ist, dann werde ich befreit, mich zu verändern. Dann gewinnt mehr und mehr das in mir Gestalt, was Jesus in mir bewirken will. Gott tut den ersten Schritt und sucht mich genau dort auf und findet mich dort, wo ich in all meiner Unzulänglichkeit und Schwäche bin. Dies geschieht immer wieder. Der Glaube ist ein Weg, mit vielen Umwegen, mit Höhen und Tiefen, mit Sackgassen und auch mit dem Verlassen der Strecke. Doch ich darf wissen: Gott ist mir immer nahe, und er will mich nicht loslassen. Er ist immer offen für meine Rückkehr und behält mich immer im Blick.
Es ist gut zu wissen und sich immer wieder neu damit auseinander zu setzen, wie gut Gott ist und wie er sich um mich sorgt. Ich möchte Mut machen, das für sich zu ergründen und dieser Spur nachzugehen. In der Passionszeit, aber nicht nur dann, sondern ein Leben lang.
Pastor Andreas Chr. Kosbab