Kirchenbau
| Die sinnbildliche Bedeutung des Kirchenbaus und seiner Ausstattung Evangelisch-lutherische EMMAUS Kirchengemeinde Hinschenfelde Hamburg-Wandsbek |
Die Urkunde zur Grundsteinlegung
| Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes legen wir heute am 5. Sonntag nach Trinitatis, dem 28. Juni A.D. 1964, den Grundstein für die neue Kirche in Wandsbek-Hinschenfelde. Zwei Jahrzehnte nach dem großen Kriege 1939-1945 hat sich die Struktur der Wandsbeker Gemeinden in dem Maße verändert, wie sich die Bevölkerungszahl dieses Stadtteils vermehrte. 1945 gab es nur zwei Gemeinden zu Wandsbek, die sich um die Christuskirche am Markt und die Kreuzkirche im Eichtalpark gruppierten. Heute, 19 Jahre später, bestehen sechs Gemeinden, und mit dem Bau eines Gotteshauses am Friedhof Hinschenfelde, den wir im Vertrauen auf den Herren der Kirche wagen, soll eine siebente selbständige Gemeinde entstehen. Wir beginnen diesen Bau in einer politisch unruhigen Zeit, in der das deutsche Volk an den Folgen des Krieges noch immer schwer trägt. | Ein System von Stacheldraht-Hindernissen und Minenfeldern von der Ostseeküste bis zum Erz- und Fichtelgebirge und eine Betonmauer mitten durch unsere Hauptstadt Berlin trennen deutsche Brüder und Schwestern voneinander. Im Osten unseres Vaterlandes herrscht ein totalitäres System. Es bringt die Menschen in innere und äußere Konflikte, so dass viele unter Gefahr für Leib und Leben die Flucht wagen. Im Westen unseres Vaterlandes haben sich die Menschen unter dem Einfluss eines schon wieder vorhandenen Wohlstandes weitgehend an ein bequemes Leben gewöhnt. Dabei stehen sie dem Ruf Gottes meist gleichgültig gegenüber. In dieser Zeit beginnen wir den Bau dieser Kirche und sehen darin, dass wir sie auf dem Friedhofsgelände von Hinschenfelde errichten, eine Mahnung an uns, dass wir Pilger auf Erden sind. Möge Christus auf unserem Wege zu uns kommen und uns mit seinem Wort begleiten und dem Brot des Lebens speisen. |
Einrichtung der Baustelle im Jahr 1964. |
| Bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. Lukas 24, 29
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Der Grundstein befindet sich an der Nordseite im Mauerwerk der Kirche. |
Das Kreuz an der Westseite der Kirche. |
Das Kirchenfenster
| Das Glasfenster an der Westseite der Kirche wurde von Doris Kümmell gestaltet. Die Künstlerin erarbeitete auch das Logo der Gemeinde, das dem Siegel zugrunde liegt. Dargestellt ist die Begegnung zweier Jünger mit dem auferstandenen Christus. Diese Begegnung findet auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus statt und hat der Kirche ihren Namen gegeben. Der Text findet sich im Lukasevangelium, Kapitel 24, 13-35: Am selben Tage waren zwei Jünger von Jerusalem unterwegs nach Emmaus, das etwa zwölf Kilometer entfernt lag. Sie redeten miteinander über das, was mit Jesus in Jerusalem geschehen war. Während sie erregt aufeinander einredeten, gesellte sich Jesus zu ihnen und ging ein Stück mit ihnen. Doch sie waren mit Blindheit geschlagen und erkannten ihn nicht.Er fragte sie: «Was wälzt ihr denn da für Probleme auf eurer Wanderung?» Da blieben sie ganz traurig stehen. | Der eine, er hieß Kleopas, sagte vorwurfsvoll zu Jesus: «Du bist offenbar der einzige Jerusalemer, der nicht weiß, was dort in diesen Tagen geschehen ist.» Jesus fragte: «Was ist denn geschehen?» Sie antworteten: «Das mit Jesus von Nazareth. Er war ein Prophet, und alles, was er sagte und was er tat, im Angesicht Gottes und vor dem Volk, war voller Kraft. Die Hohenpriester und unsere Führung haben ihn an die Römer ausgeliefert. Er wurde zum Tode verurteilt und gekreuzigt. Wir aber hatten gehofft, er sei der kommende Retter Israels. Aber nun ist schon seit drei Tagen alles aus. Allerdings haben uns einige Frauen aus unserem Kreis aufregende Dinge erzählt. Sie waren frühmorgens beim Grab, fanden Jesu Leichnam nicht und kamen mit der Behauptung, sie hätten Engel gesehen und die hätten gesagt: ‹Jesus lebt.› |
Das Gebäudeensemble der Emmausgemeinde, dominiert vom Kirchturm, bildet eine geschlossene Einheit, der sich die Friedhofsverwaltung anschließt. Kirche und Gemeindehaus sind durch einen überdachten Gang verbunden. Das Fenster der Taufkapelle von außen bei Tage und in den Abendstunden Das Fenster der Taufkapelle von innen. |
| Als einige unserer Freunde zum Grab gingen, fanden sie die Aussage der Frauen bestätigt, doch Jesus selbst haben sie nicht gesehen.» Da sagte Jesus zu ihnen: «Begreift ihr immer noch nichts? Glaubt doch einfach der Botschaft der Propheten. Denn der Messias musste durch das Leiden hindurch in seine Herrlichkeit eingehen.» Er zitierte Aussprüche von Mose und allen anderen Propheten und machte ihnen klar, was in der ganzen Schrift über ihn steht. Schließlich kamen sie am Ziel ihres Weges in Emmaus an. Jesus tat so, als wollte er weitergehen. Doch die Jünger drangen in ihn: «Bleib bei uns, es wird doch schon dunkel, der Tag geht zur Neige.» Jesus ließ sich überreden und betrat mit ihnen die Herberge. | Als er sich mit ihnen an der Tafel niedergelassen hatte, nahm er das Brot, sprach das Segensgebet, teilte das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn. Doch in dem Augenblick war er verschwunden. Und sie sagten zueinander: «Brannte nicht unser Herz, als er unterwegs mit uns sprach und uns die Schrift erklärte?» Und unverzüglich machten sie sich auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Sie fanden die elf Apostel und ihre Freunde versammelt. Die erzählten ihnen. «Der Herr ist wahrhaft auferstanden und Simon Petrus erschienen.» Da berichteten die beiden Jünger, was ihnen unterwegs widerfahren war und wie sie Jesus daran erkannt hatten, wie er das Brot teilte. |
Turm, Kreuz und Krone
Der Kirchturm vom Friedhof gesehen. | Zunächst hatte man bei der Errichtung des freistehenden Turmes an einen Hahn als höchsten Punkt des entstehenden Gemeindezentrums gedacht. Dieser Gedanke wurde verworfen. Der Künstler Hartwig Ullrich machte dann den Vorschlag, den Turm zu ‹krönen›. Eine Krone ist ein Symbol der Macht und der Herrschaft auf Erden. Sie erinnert an die Macht weltlicher Herrscher. Hier im Ensemble um die Emmauskirche weist die Krone auf die Herrschaft Christi hin: Der Auferstandene ist Herr der Welt, der das Kreuz überwunden hat! Das Kreuz erinnert an das Mitleiden Gottes mit dieser Welt, die goldene Kronein der Höhe weist auf die Überwindung des Leidens durch Gottes Barmherzigkeit. Die Krone und das Kreuz an der Westseite der Kirche nehmen das biblische Wort auf: ‹Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.› (Offenbarung des Johannes 2, 10). Deutlich sichtbar leuchtet die Krone und symbolisiert den Sieg des auferstandenen Christus über den Tod. Wir können das Kreuz wie eine Krone tragen. Von der Wandse aus ist die Krone über den Friedhof hinweg weit zu sehen. |
Die Glocken
| Der Turm trägt drei Glocken, die verschiedene Größen und Bedeutungen haben.
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Außerdem tragen alle Glocken das Jahr, in dem sie gegossen wurden: 'AD 1965'. Die Töne A -C - D der drei Glocken ergeben den Anfang des Liedes 'Herr Gott, dich loben wir ...' Der metallene Glockenstuhl musste im Jahre 2004 erneuert werden und ist jetzt aus haltbarem Eichenholz gearbeitet. Für die Finanzierung stellte der Förderkreis der Gemeinde Mittel bereit. |
Die Glocken vor der Weihe am 7.11.1965. |
Die Zeltform der Kirche
| Als sich der ‹Eine› Gott in einer Welt der vielen Götter seinem Volk offenbarte, waren die Menschen unterwegs. Die Israeliten wanderten von Ägypten nach Palästina in das gelobte Land. Sie führten das ‹Heilige Zelt› mit der Bundeslade, die die Tafeln mit den 10 Geboten, die Regeln des gemeinsamen Lebens enthielt, mit sich. Die Menschen sagten: Hier ist die Gegenwart Gottes. Hier wohnt Gott. Wenn sie weiterzogen, zog ihr Gott mit ihnen, wenn sie blieben, blieb er bei ihnen. Erst mit König David zog die Bundeslade in Jerusalem ein und mit Salomon in den ersten Tempel von Jerusalem, den es nicht mehr gibt. Die Emmauskirche gleicht einem Zelt, diese Form findet sich häufig im Kirchbau der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts, hier ist die Form des Nomadenzeltes gut gelungen. Als nach dem 2. Weltkrieg die große Kirchenbautätigkeit begann, hatten die Menschen nach Zerstörung, nach Flucht und Vertreibung endlich wieder einen Ort gefunden, an dem sie leben konnten. | Und hier sollte auch Gott mit ihnen wohnen. Im Zelt - beweglich, weil Gott nicht nur an einem Ort zuhause ist. Die Gegenwart Gottes ist nicht gebunden, das Heilige braucht seinen Ort, aber der Geist weht wo er will. Wer im Zelt lebt, ist unterwegs, das wird zum Bild für den Lebensweg der Menschen: Die Wand eines Zeltes ist dünn - hier können Außen und Innen, Gott und Welt, Himmel und Erde in Kontakt treten. Das Zelt erinnert auch an die Flüchtlingslager dieser Erde. Es steht für Armut und Not, für das Ausgeliefertsein und für die Ausrichtung des Lebens auf ein Ziel hin. Wer heute im Zelt lebt, lebt in der Hoffnung, dass einmal ein fester Ort da sei, der Sicherheit und Frieden und Heimat bietet. So ausgerichtet leben auch wir Christen, weil wir wissen, dass unsere wahre Heimat bei Gott ist. Dahin ziehen wir auf unserem Weg durch das Leben, gemeinsam geborgen im ‹heiligen Zelt›. |
Der Blick auf die Seitenfront der Kirche macht die Zeltform deutlich. |
Grundriss des Kirchenschiffes und der Innenraum
| Der Eingang der Kirche liegt abseits der Straße. Um in das 'Zelt Gottes' einzutreten, muss der Besucher erst eine Strecke Wegs zurücklegen und eine Wendung ist nötig, damit er durch die Tür eintreten kann. Symbolisch mag das heißen: Christ zu sein, zum wandernden Volk Gottes zu gehören, heißt nicht mitlaufen, sondern den Mut haben anders zu sein. Und es heißt: Bereit sein zu Sammlung und Sendung, in einer schöpferischen Pause der Seele ein Zuhause zu bieten, um die Mitte wiederzugewinnen. Die Kirche wird durch die Taufkapelle betreten. Erst nach der Rückerinnerung an den Anfang des Christenlebens erschließt sich der Eindruck des gesamten Raumes. Wie in allen christlichen Kirchen blickt die Gemeinde anbetend nach Osten in die Richtung der aufgehenden Sonne. Allerdings wurde zugunsten der kontemplativen Wirkung der weißen Wand auf ein Altarfenster verzichtet. Der Innenraum der Kirche zeigt klare und einfache Linien. Die weiße, nach innen vorgezogene Wand hinter dem Altar soll auf das Geheimnis Gottes verweisen, das wir nie begreifen können. Den Erbauern der Kirche war es wichtig, dass die Gemeinde sich im Gottesdienst als ein Ganzes erlebt, daher wurde auf einen trennenden Mittelgang zum Altar hin verzichtet. | Der Grundriss der Kirche |
Blick von der Empore in den Kirchenraum. Das Christusmonogramm ist der Mittelpunkt im schmuckvoll gestalteten schmalen Fenster in der Sakristei. Zwei Kerzen an der Wand der Sakristei umrahmen ein Bronzekreuz. Es trägt die Bitte: Herr erbarme dich. |
Die Taufkapelle
| Seit den frühen Tagen des Kirchenbaus wurde die Taufe am Eingang der Kirche - und nicht am Altar - gefeiert. So hat der Taufstein in der Emmauskirche seinen Ort in der Taufkapelle am Eingang der Kirche erhalten. Durch diese Aufteilung des Kirchenraumes wird deutlich, dass die Taufe der Anfang des christlichen Lebens ist. In der Taufe spricht Gott sein ‹Ja› über das Menschenleben und sagt seine bedingungslose Liebe zu, für die es keiner besonderen Leistungen bedarf. Bevor wir handeln, hat Gott an uns gehandelt. Mit unseren ganz persönlichen Eigenarten - Stärken und Begabungen, aber auch Fehlern und Schwächen - sind wir angesehen und angenommen. Das steht am Anfang. Wenn wir aus diesem Wissen heraus leben, kann es gelingen, auf andere zuzugehen, | Andersartigkeit und Fremdheit zu akzeptieren und auch die eigenen Schattenseiten zu erkennen, um sie Gottes verwandelnder Gnade anzuvertrauen. Das Taufbecken, das von Prof. Hartwig Ullrich gestaltet wurde, ist so tief, dass das Eintauchen in das reinigende Wasser vorstellbar wird. So werden wir in Gott eingesenkt, wenn wir die Taufe empfangen. Zwölf Steine deuten hin auf die Heilige Vollkommenheit: Drei Steine zu jeder Seite ausgerichtet, das mag uns zeigen, dass der Dreieinige Gott in allen vier Himmelsrichtungen seine Macht ausbreitet. Der Osterleuchter findet nach Himmelfahrt seinen Ort in der Taufkapelle: Das Licht symbolisiert Christi Wort: «Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, soll nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.» (Johannesevangelium 8,12.) |
Das Taufbecken aus Bronze steht auf einem Basaltstein daneben steht der Leuchter mit der Osterkerze. Während der österlichen Freudenzeit, bei Taufen im Gottesdienst und bei Trauerfeiern schmückt die Kerze den Altarraum. Die Taufkapelle, durch die der Besucher die Kirche betritt, wird durch das Farbfenster geprägt. Freistehend neben dem Taufbecken ragt die Osterkerze auf einem Bronzestab in den Raum. Sie wird jährlich in der Osternachtfeier erneuert. Bei Taufen im Gottesdienst wird eine kleine Silberschale verwendet. Wasser befindet sich in der ebenfalls auf dem Altar bereitstehenden Kanne. Der steinerne Altar auf dem eine Bibel liegt und der links und rechts jeweils mit drei Kerzen geschmückt ist. In der Mitte steht in der Regel ein Blumenstrauß. |
Der Altar und das Kreuz
| Der Altar aus Basaltstein steht auf zwei Steinsäulen. Beim Abendmahl stehen die Liturgen hinter dem Altar und laden die Gemeinde ein, sich um den zu sammeln, der den Seinen zuruft: «Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern.» (Johannes-Evangelium 6,35.) Das Altarkreuz ist ein Triumphkreuz, kein Leidenskreuz. Es steht hinter dem Altar im Osten, da wo die Sonne aufgeht. | Das Kreuz ist nicht mit Blutstropfen, sondern mit edlen violetten, grünen und weißen Steinen geschmückt. Der Tod ist überwunden. Das Kreuz ist leer. Es ist kein Kruzifix, kein Gekreuzigter ist hier zu sehen. Christus ist wirklich auferstanden! Das Kreuz ist ein Zeichen der Verbundenheit Jesu mit Not und Schuld der Menschen und zugleich ein Zeichen der überwindenden Wahrheit und Liebe. Die Kreuzform selbst ist vorchristlich - sie weist in alle vier Himmelsrichtungen und sie verbindet Himmel und Erde - Ost und West. |
Das gleichschenklige Kreuz wird auch das griechische Kreuz genannt. In der Mitte sind auf einer erhabenen Struktur um einen größeren Glasstein elf weitere gruppiert. |
| Wir Menschen nehmen diese Form an, wenn wir erhobenen Hauptes, mit weit ausgestreckten Armen und mit den Füßen fest auf dem Boden stehen. Aus dem Folterinstrument wird ein Lebenszeichen. Wo dieses Kreuz aufgerichtet wird, entsteht eine Gegenwelt zu unseren Ängsten: Nicht das Leiden und nicht der Tod, sondern Gott hat das letzte Wort. Der senkrechte Balken durchkreuzt die Waagerechte: | Gottes Wort und Wille durchkreuzt unseren Weg. Gott spürt uns auf, lenkt Augen und Füße, verändert die Richtung. Waagerechte und Senkrechte im Lot - hier im griechischen Kreuz - das ist ein harmonischer Ausdruck gelingenden Lebens. Das Kreuz ohne den Corpus Christi symbolisiert, dass die Emmaus-Gemeinde sich über den Karfreitag hinaus von der Auferstehung Christi leiten lässt. |
Die Abendmahlsgeräte aus Silber: Die Aufbewahrungsdose (Ciborium), der Teller (Patene) auf dem Brot oder Oblaten gereicht werden und die beiden Kelche. Wie das Becken in der Taufkapelle und das Kreuz am Altar, tragen die Kelche in ihren Ständern Schmucksteine. Das Lesepult steht links vom Altar. Die Basaltsäule trägt ein Bronzepult, das als Ablage für das Lektionar dient. Die Kanzel ist ebenfalls aus Basaltstein gefertigt und hat ein Pult aus Bronze. Die Kanzel trägt der Zeit im Kirchenjahr entsprechend ein Antependium (Vorhang oder Kanzeltuch), das in anderen Kirchen oft auch am Altar hängt. |
Die Antependien
| Alle vier Kanzeltücher (Antependien) sind von der Künstlerin Doris Kümmell im Zeitraum von 1985 bis 1993 entworfen, von Spenden finanziert und von der Ratzeburger Paramentenwerkstatt als Applikations-Stickerei aus Seide und Gold handgearbeitet worden. | Sie enthalten als Grundmotiv das Kreuz - dazu Symbole, die auf die jeweilige Kirchenjahreszeit hinweisen. Bei der Beschreibung der Antependien ist zu beachten, dass Symbole mehrdeutig sind, eine Interpretation trägt also immer einen subjektiven Charakter. |
Das weiße Kanzeltuch für Weihnachten und das Epiphaniasfest, für Gründonnerstag, Ostern und die anschließende Freudenzeit bis Himmelfahrt. |
| Der Querbalken des Kreuzes ist als ein Weg dargestellt - der Weg nach Emmaus. Zwei Jünger auf dem Weg. Es ist ein steiniger Weg. Die Jünger sind ratlos, traurig - Jesus ist gekreuzigt worden. Da begegnet ihnen Jesus als der Auferstandene. Gott als die Dreieinigkeit (Gott: Vater - Sohn und Heiliger Geist - deshalb die drei Striche als senkrechte Balken) durchkreuzt den Weg nach Emmaus. Der Kreis bedeutet die Begegnung mit Gott. Er könnte auch eine Sonne sein: Da, wo Jesus Menschen begegnet, geht die Sonne auf, sie finden wieder ins Leben und können neu Atem schöpfen. |
Das violette Kanzeltuch für die Advents- und Fastenzeit sowie an Bußtagen. |
| Auch diese Darstellung, ein unterbrochener Kreis, ist mehrdeutig - sie kann bedeuten:
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Das rote Kanzeltuch für Pfingsten und die Kirchenfeste: Konfirmation, Reformations-, Märtyrer-Gedenktage und zum Kirchweihfest. |
| Am Pfingstfest wird die Ausgießung des Heiligen Geistes gefeiert. Deuten die Flammen auf den Heiligen Geist? Der Geist Gottes ist gleichzusetzen mit der Liebe Gottes und für die Darstellung der Liebe wird die Farbe Rot verwendet. Die Symbole könnte man als Öllämpchen erkennen, die geöffnet sind, um empfänglich zu sein für diesen Geist Gottes. Das oberste Öllämpchen meint Jesus, umfangen von drei Strichen, die ein Hinweis auf die Dreieinigkeit Gottes sein könnten. Die übrigen elf Lämpchen verweisen auf die elf Jünger (Judas ist nicht mehr dabei), die das Evangelium, die Liebe Gottes in die Welt tragen. Bei ihnen enden die Wege an unterschiedlichen Stellen. Nein, der Weg endet nicht - er setzt sich in mehreren kurzen Wegen in den Flammen fort. Zeichen, dass die Boten im Auftrag dieses dreieinigen Gottes handeln. Dabei gehen sie mal gemeinsame, mal getrennte Wege, durchdrungen vom Geist Gottes. Darüber hinaus zeigt die Gesamtkomposition des Antependiums einen Anker. Wo der Geist Gottes ist, bietet der Anker Halt und Hoffnung. Möglich wäre auch, die Öllämpchen als Wassertropfen zu sehen. Wasser ermöglicht das Leben auf der Erde. Die Tropfen haben hier etwas Schwebendes. Der Geist Gottes hält alles in der Schwebe des Lebendigen. Deuten die unteren Striche eine Schale an, die alle Tropfen aufnimmt? |
Das grüne Kanzeltuch für die Epiphanias- und Trinitatiszeit. |
| Das Antependium deutet eine Bewegung von oben nach unten an. Der Kreis kann die Gegenwart Gottes sein. Man könnte auch an die Sonne als Symbol für Christus denken. Von Sonne und Wasser ist das Leben abhängig. Die Symbole unterhalb des Kreises könnten Ernteschalen sein, die sich in ein Boot (ganz unten) verwandeln. Dies wäre ein Hinweis auf Lukas 5, 1-11, wo Jesus zu Petrus sagt: «Von nun an wirst du Menschen ernten.» Das Boot erinnert aber in seiner Form auch an die ägyptische Sonnenbarke. Mit dieser Barke tritt der Mensch nach dem Tode die Himmelsreise an und kommt zu neuem Leben. Das Boot deutet auf das Neuwerden nach dem Tod hin: "Das Korn muss sterben, damit es neu wachsen kann" (Johannes 12, 24). Die Gesamtkomposition könnte auch einen sprudelnden Brunnen, in dem Wasser von Schale zu Schale fließt, darstellen. Wasser und Sonne - Symbole des Lebens und des Segens Gottes - sind nötig, damit etwas gedeihen, reifen und geerntet werden kann. |
Die Orgel, die auf der Empore steht. |
Die Orgel
| Während die Kirche 1965 eingeweiht wurde, konnte die Orgel erst 1968 in den Dienst der Verkündigung gestellt werden. Sie wurde nach einer Disposition von Helmut Schröder durch die Firma Emanuel Kemper & Sohn, Lübeck, gebaut. Sie hat 16 Register mit 1.108 Hand gearbeiteten Pfeifen aus Holz, Kupfer, Blei und Zinn. Jedes Register hat einen eigenen Namen, das den Klangcharakter dieser Pfeifenreihe bezeichnet. Die akustischen Eigenschaften sind auf den Kirchenraum abgestimmt. Die 16 Register sind in drei Werken zusammengefasst: |
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Der Orgelspieltisch |
Das Kirchensiegel wurde nach dem Motiv ‹Jesus und die zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus› im Fenster der Taufkapelle von Doris Kümmell gestaltet. Diese stilisierte Zeichnung wurde auch in den Kopf des Gemeindebriefes und anderer Briefschaften übernommen. | Anlässlich des Jubiläums im Jahr 2005 wurde auf dem Rasen vor der Kirche aus Blumen eine 40 gepflanzt. |
| Architekten Künstler Orgelbauer Emanuel Kemper & Sohn, Lübeck, Dispositionen von Kirchenmusikdirektor Helmut Schröder. Ev.-Luth. Emmaus-Kirchengemeinde Hinschenfelde Herausgegeben vom Kirchenvorstand anlässlich des 40. Jubiläums der Gemeinde, gefeiert am 19.6.2005 |
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